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Maria Reinecke

Maria Reinecke

Maria Reinecke, geb. in Berlin.
Autorin, Philosophin, Psychologische Beraterin;
lebt und arbeitet in Berlin. 

Abgeschlossene Studien:
Pädagogik, Musik, Religionspädagogik,
Philosophie (TU Berlin).

Ausbildungen:
Schauspiel,
Hospizdienst,
Psychologische Beraterin (‚Psychologie der Trauer'),
Theologie im Dialog (Gaststudium FU Berlin)
 

 

Vorträge, Referate u.a.:

 

Veröffentlichungen:


Zwischenräume-Kolloquium 2012, DASA Dortmund
Zwischenräume-Kolloquium 2012, DASA Dortmund (Foto: Maria Reinecke)

 

 

ZWISCHENRÄUME

 

Ein neues Wirklichkeitsverständnis
 
Was uns die (Natur)Wissenschaft an Erklärungsmodellen zur Wirklichkeit liefert, hat Auswirkungen auf unser ganzes Denken und Leben, auch wenn uns das nicht bewusst ist. Es macht einen Unterschied, welchen Paradigmen wir insgeheim anhangen. Wie wir denken, so leben und handeln wir.
Die klassische Physik Newtons z.B., die noch immer weitestgehend unser Weltbild prägt, macht aus der lebendigen Mannigfaltigkeit der Natur einen neutralen, lückenlos ablaufenden Kausalmechanismus, ohne Raum für spontane, unerwartete Entwicklungen; jegliche Wirk- und Zweckverursachung lebendigen  Selbstseins bleibt darin unberücksichtigt. Einzelne, isolierte, eindeutig lokalisierbare, quantifizierbare Objekte, Körper, Substanzen und deren Verhalten stehen im Visier.
Die moderne Physik des XX. Jahrhunderts revidiert diese Vorstellung radikal. Es geht nicht mehr vordergründig um determinierte Abläufe neutraler Aktivitäten; nicht mehr um einzelne isolierte Objekte, Körper, Substanzen, Entitäten, sondern primär um das, was sich dazwischen, zwischen  ihnen ereignet: Energie, Interaktivität, Relationalität, Wechselbeziehung, Veränderung, Abhängigkeit sind die eigentlichen Tatsachen der Welt und bilden die Grundlage für  ein neues, erweitertes, hoch komplexes, organisches/organistisches Natur- und Wirklichkeitsverständnis. Die interdisziplinären Wissenschaften zeigen uns die Natur, die Welt und den Menschen  darin als einen umfassenden Wirkzusammenhang; als ein grenzenloses, wechselseitig sich bewirkendes Energie-Beziehungsgeflecht in notwendiger Relation, Interaktion und  Kommunikation zu- und miteinander, mikrologisch und makrologisch... http://zwischenraeume-leben.blogspot.de/
 

Alfred North Whitehead und die Zwischenräume
 
Der englische Mathematiker, Naturwissenschaftler und Philosoph A.N. Whitehead (1861-1947), der erst spät durch seine naturwissenschaftliche Arbeit zum Philosophen wurde, ist der erste, der die leeren Räume in lebenden Strukturen als Zwischenräume (interstices) bezeichnet. Whitehead misst diesen scheinbar leeren Zwischenräumen eine grundlegende Bedeutung bei, indem er sie mit der physikalischen Feldtheorie und den Wechselwirkungen des elektromagnetischen Feldes in leeren Räumen in Zusammenhang bringt. Bereits 1929 schreibt Whitehead in seinem Hauptwerk Prozess und Realität (stw 690) den bislang kaum beachteten Satz:  „Das Leben liegt in den Zwischenräumen jeder lebenden Zelle und in den Zwischenräumen des Gehirns verborgen“; und er meint das nicht metaphorisch, sondern konkret, wirklich.     
Whitehead sieht die einzelne lebende Zelle als ein komplexes physikalisches Feld, das durch Moleküle, Atome und Elektronen besetzt ist. Zwischen den besetzten Raum-Zeit-Stellen befinden sich leere Räume voller sog. virtueller Energie; denn  leer bedeutet nur: frei von Elektronen, Protonen oder irgendeiner Form elektrischer Ladung. Nun werden physikalische Felder erst verständlich durch die Einflüsse, die von außen auf sie einwirken; d.h. die virtuellen Energieströme in dem physikalischen Feld des leeren Raumes können erst durch die Einflüsse angrenzender besetzter Räume (also Moleküle, Atome, Elektronen) zu wirklichen Geschehnissen werden.  Je nach  Resonanz und Einflüssen aus der Umgebung gehen also die virtuellen Energieströme in einen spontanen Konkretisierungsprozess ein oder nicht. Das ‚Leben’ wirkt dabei wie eine Art  Katalysator; es wird geradezu zu einem Charakteristikum des leeren Raumes mit der kreativen Funktion, Neuheit zu erzeugen; aus Potentialität Wirklichkeit entstehen zu lassen... In den Zwischenräumen finden die eigentlichen  Prozesse des Lebens statt - so Whitehead...: www.zwischenraeume-leben.blogspot.de

 

 

INTERSTICES

 

The modern physics of the 20th century has led to a fundamental revision of our ideas about the universe and our relationship to it. Bodies and their reaction no longer stand in the foreground, but what happens in between them, between the interstices/spaces: energy, activity, inter-relationality, interdependence are the actual facts of the world and form the backdrop for a new, dynamic understanding of reality. It’s the interspaces/interstices where concretional processes take place, where potentiality is turned into actuality. We however still live with the idea, that we are isolated subjects, faceing a world of clearly shaped, static, definitely localizable, quantifiable objects which are basically separated from us.

The way we think we live. It makes a difference how we think the world and imagine it: statically "reified"as reality (res – thing, object) or dynamically "interstitially” as a vital process of activity and actuality. ‘Intersticial thinking’ opens the view for the dynamic process of actuality, for all that happens in between: between things, between me and the world, between me and others; it leads to a more sensitive, wider perspective and perception, creates a new and is open to the future.

 

 

 

LEBEN IN DEN ZWISCHENRÄUMEN

Roman

 

Whiteheads Aussage, dass das Leben in den Zwischenräumen jeder lebenden Zelle und in den Zwischenräumen des Gehirns verborgen liege, wurde Inspiration für mein ‚zwischenräumliches' Denken und Schreiben, nicht zuletzt auch für den Roman Das Leben liegt in den Zwischenräumen (Urfassung, Aachen 2006).
"Nicht der Ablauf der Dinge ist ihr Wert, sondern was sich im Dazwischen, zwischen ihnen ereignet." (Maria Reinecke, 2007) Diese Aussage gilt auch für meinen Roman, der 2013 von dem Berliner Verlag Palmartpress palmartpress.com/buecher/literatur/ leben-in-den-zwischenraeumen/ neu herausgegeben wurde: Leben in den Zwischenräumen, dtsch. und Living in Between, engl..
Handlungsorte dieses Gegenwartsromans sind Berlin und Pollensa/Mallorca kurz vor der Jahrtausendwende: nicht Story, Plot, Handlungsabläufe stehen im Vordergrund des Erzählten, sondern, was sich in dem raumzeitlichen Dazwischen leise, kaum aussagbar vollzieht, gewinnt Bedeutung: feinste Wahrnehmungen, Empfindungen der Protagonisten stehen unmittelbar neben und mitten in dem dramatischen Geschehen; schaffen Raum für Erinnerungen, Reflexionen, Träume, Traumata; lassen den Leser teilhaben an den inneren Erregungszuständen der Figuren. 

 

Cover: Maria Reinecke, Das Leben liegt in den Zwischenräumen, PalmArtPress

Leben in den Zwischenräumen,
Roman, Neuausgabe Berlin 2013

palmartpress.com/buecher/literatur/leben-in-den-zwischenraeumen/

 

 

LIVING IN BETWEEN

Novel

 

“The value of actions does not lie in their outcomes, but rather in what happens in between them.” This quote from Maria Reinecke is well suited to her novel ‘Living In Between’, which is now available in a new, revised edition in German and American English. The focus of this literary work is less on the course of actions and the culmination of plots as much as what takes place within the story’s spacetime interstices. The finest perceptions and feelings of the two protagonists Marie, a philosopher, and Anne, a musician, – or is one of them a reflection of the other? - form condensed interludes within and along side the dramatic sequence of events and give readers direct insight into the characters tumultuous inner lives.

 

Cover: Maria Reinecke, Living In Between, PalmArtPress

 
Living in Between,
novel,
English-American edition, Berlin 2013

palmartpress.com/buecher/englisch/living-in-between

 

 

 

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